Kabelbelegung bei DSL ohne Splitter

    

Bei den neuen All-IP-Anschlüssen der Telekom fällt nun, wie bei alternativen Anbietern schon seit Jahren üblich, der DSL-Splitter weg: Das DSL-Modem (bzw. der Modemrouter) wird direkt mit der TAE-Dose verbunden.

Oftmals liegt den Routern jedoch nur ein Verbindungskabel zum Splitter bei, auf DSL-Anschlüsse ohne Splitter sind manche Geräte bis heute nicht vorbereitet.

 

Ein passendes Kabel zu beschaffen ist jedoch einfach. Sollte ein Anruf beim Internet-Anbieter keinen Erfolg haben (oftmals wird ein passendes Kabel kostenfrei zugesandt!), kann es bei den gängigen Versendern im Internet erworben werden. Die DSL-Schnittstelle des ADSL- oder VDSL-Modems ist in der Regel als RJ11-Buchse ausgeführt, vereinzelt auch als RJ45-Buchse. In beiden Fällen wird das DSL-Signal jedoch auf den mittleren beiden Pins erwartet, am TAE-Stecker auf den ersten beiden:

  • RJ11 Pin 3+4 ←→TAE Pin 1+2
  • RJ45 Pin 4+5 ←→TAE Pin 1+2

Eine Vertauschung der beiden Adern untereinander ist zulässig und wird von den DSL-Modems selbständig erkannt und korrigiert. Weitere Adern dürfen beschaltet sein, werden aber nicht verwendet.

In der Regel wird ein TAE-F Stecker benötigt, passend für die mittlere der drei Buchsen gängiger Telefondosen. Bei älteren Dosen kann es allerdings sinnvoll sein, den TAE-F Stecker von seiner Kunststoff-Kodiernase zu befreien (ein scharfes Messer reicht) und den Stecker in die linke (N-kodierte) Buchse zu stecken – das DSL-Signal muss dann nicht die Brücken der nicht genutzten N-Buchsen überwinden, um zur F-Buchse zu gelangen, ggf. kann dies die Synchronisationsrate geringfügig steigern.

Einige Hersteller liefern bereits passende Adapter mit oder senden sie nachträglich zu, so z.B. AVM, die der Kabelproblematik einen eigenen Artikel in der Wissensdatenbankspendieren. Auch ist die Belegung aller Kabel und Adapter dort sehr vorbildlich dokumentiert.

Bei der Telekom wird das Kabel als “DSL-Kabel für den IP-basierten Anschluss” bezeichnet. Dort beinhaltet das Kabel zusätzlich ein paar passive Bauteile, die sog. “Galvanische Signatur”. Diese Bauteile können vom Support aus der Ferne gemessen werden, um einen angeschlossenen, aber ausgeschalteten oder defekten Router von einem nicht angeschlossenen unterscheiden zu können – für den Betrieb des Anschlusses sind sie nicht relevant.

Übrigens: Auch alle FRITZ!Box Modelle lassen sich mit solch einem Kabel betreiben. Dabei geht aber natürlich die Möglichkeit verloren, zusätzlich ein Analog- oder ISDN-Amt einzuspeisen, weil die Zuführung über zusätzliche Stecker des Original-AVM-Anschlusskabels erfolgt (“Y-Kabel”).

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